Theologin

Auf der Suche nach Gott und jeder Gottesrede gegenüber immer kritisch eingestellt – so könnte mein theologischer Eros beschrieben werden.

Die Suche führte zur frühen Mitarbeit im Kindergottesdienst, zum Studium in ganz verschiedene Kontexten – Tübingen, Rom, Hamburg und Berkeley -, zur Gemeindepraxis als Vikarin und Pfarrerin, zur kirchlichen Bildungsarbeit und zum Engagement bei den Kirchentagen. Sie führte über den kirchlichen Kontext hinaus zur Begegnung mit vielfältigen Formen von Spiritualität, auch im künstlerischen Bereich von Theater. Besonders wichtig ist mir seit einigen Jahren der interreligiöse Dialog.

Ich bin gerne in einer kritischen und konstruktiven Auseinandersetzung mit meiner eigenen christlichen Tradition und ihren gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Befreiungstheologische, feministische, interdisziplinäre und interkulturelle Ansätze bestimmen meine theologische Arbeit, die ich über lange Jahre als geschäftsführende Studienleiterin am Frauenstudien- und -bildungszentrum der EKD ausübte, und für eine kürzere Zeit am EVAngelischen Frauenbegegnungszentrum in Frankfurt/Main. Inzwischen arbeite ich ganz selbständig als Referentin in der kirchlichen Fort- und Weiterbildung, allgemein in der Erwachsenenbildung und im Rahmen von Lehraufträgen an Hochschulen.

Der Humor und die Clownerie spielen dabei eine ganz besondere Rolle. Ihnen zugrunde liegt die Erkenntnis, dass wir letztlich alles nur fragmentarisch begreifen können und daher mit einem Augenzwinkern allem voran das eigene Tun und Lassen, Forschen und Lehren, Leiten und Lernen betrachten sollen.

Meine Dissertation ist sowohl Ausdruck der Suche als auch der Kritik. Über die Erforschung neuer Gottesvorstellungen von Frauen und ihren befreienden Gehalt, entwickelte ich die Metapher der „Clownin Gott“ – geschlechterübergreifend, liebevoll den Menschen zugewandt und immer anders als erwartet (Kohlhammer, Stuttgart 2001/2.Aufl.).

In meiner Publikation von 2013 mit dem Titel "Wo der Glaube ist, da ist auch Lachen" (Kreuz, Freiburg/Br.) geht es eher um den Gott entsprechenden Menschen - bunt, suchend und scheiternd, findend und fröhlich, vollkommen unvollkommen.

In meiner kirchlichen Clownerie bin ich beides, Theologin und Clownin, in einer verknüpften und vergnüglichen Einheit.